Begriff & Einordnung

Demodellierung

Demodellierung ist ein Methodenbegriff der Neurostatik für das Entstehen und Festigen bevorzugter Haltungs- und Bewegungsgewohnheiten. Er bezeichnet hier keine medizinische Diagnose.

Der Begriff soll einen Prozess beschreibbar machen: Manche Bewegungswege werden im Alltag immer wieder gewählt, andere seltener. Das kann beim Sitzen, Tragen, Arbeiten oder Sport auffallen. Für eine brauchbare Beobachtung ist entscheidend, welche Gewohnheit tatsächlich vorliegt und ob sie die betreffende Person einschränkt. Die bloße Bevorzugung einer Seite ist noch kein Schaden.

Ein anschauliches Beispiel ist eine Tasche, die du fast immer auf derselben Schulter trägst. Du kannst zunächst festhalten, wann du diese Seite wählst und ob Gewicht oder Tragedauer einen Unterschied machen. Beim vorsichtigen Ausprobieren einer anderen Trageweise lässt sich vergleichen, was sich vertraut, ungewohnt oder anstrengend anfühlt. Daraus entsteht eine konkrete Beobachtung, keine Aussage über einen angeblich verformten Körperbauplan.

In der Neurostatik dient Demodellierung als Arbeitsmodell für solche Gewohnheiten. Dabei sollten drei Dinge getrennt bleiben: sichtbare Position, subjektives Empfinden und medizinischer Befund. Ein Foto zeigt eine Position zu einem bestimmten Zeitpunkt. Es erklärt weder die Ursache von Schmerzen noch die Belastbarkeit eines Menschen.

Hilfreich ist deshalb eine beschreibende Sprache: „Nach zwanzig Minuten Tragen wechsle ich die Seite“ sagt mehr als „Mein Körper ist falsch modelliert“. Ob eine Veränderung sinnvoll ist, zeigt sich an der betreffenden Alltagssituation. Wer sich freier bewegen möchte, kann unterschiedliche Möglichkeiten kennenlernen, ohne ständig nach Fehlern am eigenen Körper zu suchen. Bei anhaltenden Beschwerden ersetzt dieses Modell keine Untersuchung.

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